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Im Wald steht eine Hütte, ein Blechverschlag, im Nebel, im diffusen Licht einer einzelnen Laterne. Und im Wald ist die Aggression, das Anblaffen des Publikums, „Was gucktn ihr“, das Scheitern, die Unsicherheit, das „Ich bin heute nicht in der besten Verfassung“, das Heulen und das Zähneklappern (der Sturz des deutschen Waldes von der dunklen Romantik in den Faschismus, das auch). Und im Wald ist die Gewalt, der elektrische Sturm, der über die Bühne fegt, die starren Glieder, die abgezogene Haut, die Schläge am Ende, die die Körper zucken lassen. Und im Wald ist die nackte Angst, die sich auf dunkler Bühne, auf fast dunkler Bühne aufbläht und aufs Publikum zuwalzt, kommt da etwas, ist da etwas? Und im Wald, da, ah –

In the forest there is a cabin, a tinbox, in the fog, in the diffuse light of a lonesome lantern. And in the forest there is aggression, the barking at the audience, „Watcha lookin‘ at?“, the failure, the shakiness, the „I actually am not in the best mood today“, the caterwauling and chattering of teeth (the downfall of the german forest from dark romanticism to fascism, as well). And in the forest there is violence, the electric storm rushing over the stage, the numb limbs, the pulled skin, the beatings in the end, which let the bodies twitch. And in the forest there is naked fear, which bloats itself on the dark stage, on the almost dark stage, and runs into the audience, is there something running at us, is there something? And in the forest, there, ah –

Deter / Müller / Martini: In the forest there is, 19. 1. 2017, K3 – Zentrum für Choreographie, Hamburg

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