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Ming-Lung Yang, Iván Pérez, Josh Armstrong, Cathie Boyd: Hui. 08.03.2017, schrit_macher Festival, Theater Heerlen, NL

Ein west-fernöstlicher Divan im Quadrat ist „Hui“ zur Musik des chinesisch-amerikanischen Komponisten Tan Dun, aber auch ein Stück über Emanzipation und Integration und außerdem auch noch eine Hommage an John Cage. Klingt nach (zu) viel auf einmal. Aber die verschiedenen Lagen schieben sich bei der zweiten europäischen Aufführung im Theater Heerlen/NL mit so viel Raum und Luft voreinander wie die elf taiwanesischen Tänzer*innen vor die Birkenstämme, die vereinzelt über die Tiefe der Bühne verteilt stehen. In den stärksten Momenten (es gibt auch schwache) finden sich die Narration der gruppenpsychologischen Tänze und die meist abstrakten Klänge im Raum, ohne sich zu synchronisieren, Bilder und Stimmungen entstehen und vergehen ohne Reibungsverluste als im Moment gelebte Anwesenheit. Die vielen Meister dieser expressiven Meditation – der taiwanesische Choreograf Ming-Lung Yang, der spanisch-niederländische Choreograf Iván Pérez sowie das britische Regieteam Josh Armstrong und Cathie Boyd – setzen offenbar zusammen auf eines: auf Konzentration, und auch darauf, sie ab und an in einem Kampfesschrei wie aus einem platzenden Reifen entweichen zu lassen.

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