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Stefan Römer: Conceptual Paradise. 16.03.2017, Arsenal, Berlin

In der Kurzankündigung von „Conceptual Paradise“ auf der Seite des Berliner Kino Arsenal werden unter fünf Protagonist*innen des Films zwei Performance-Künstlerinnen genannt: Yoko Ono und Yvonne Rainer. Den daraus folgenden Eindruck, es gehe um Konzeptkunst und ihre Bezüge im Gesamten und nicht nur im Kontext der visual arts bestätigt der für die Präsentation restaurierte Film jedoch nicht – Ono und Rainer werden eher als kontextlos angewählte Außenposten präsentiert, deren Statements (Ono: My ideal day is to enjoy life, Rainer zur Alltagsbewegung im Tanz) im Gegensatz zum intertextuellen Verfahren in der Präsentation von 28 weiteren Künstler*innen (hauptsächlich Künstlern) kaum Echo finden. Interessant ist, dass dieser 2005 gedrehte Film, der sehr darum bemüht ist, sämtliche Diskurse abzubilden (etwa den in der Bildenden Kunst schon früher aufgekommenen Gewächshaus-Lifestyle zum Kolonialismus-Ausläufer erklärt), der sich in seiner Satelliten-Ästhetik laut Regisseur Stefan Römer an Donna Haraway orientiert, damit auch einen Paradigmenwechsels bezeugt. Vor zwölf Jahren war das Interesse für das Spartenübergreifende der Künste in den 1960ern noch viel weniger ausgeprägt als heute, oder, in den Worten des Films: „Die Geschichte der Kunst ist die eines Kampfes um Repräsentation“. Eine Ansage, die umso mehr gilt, als derzeit im Karlsruher ZKM ein Archiv zum Film entsteht …

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