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Oliver Connew, Brendan Dougherty, Lisanne Goodhue, Martin Hiendl, Renen Itzhaki, Katharina Meves, Peter Pleyer, Julian Weber (Konzept): encounters in dance, music and words. 28.08.2017, Tanzfabrik Wedding, Tanznachtforum, Berlin.

Rauszugehen aus Aufführungen oder Performances (z.B. Improvisationen nach einem Score wie diesem: Jede*r sagt mal was ins Mikro und nach dem Drum-Solo schreien und zappeln alle durcheinander) tut immer weh, in erster Linie dem Outcast, der*die sich damit selbst aus der Gemeinschaft der Verstehenden, der Solidarischen, der Emphatischen, der Guten, der Altruistischen, der Raumgebenden ausschließt. Zu bleiben ist eine Frage des Respekts, des Anstands, der Auseinandersetzungsfähigkeit – aber warum werden diese Gesten eigentlich nur von den Zuschauenden verlangt? Wenn eine Bäckerin verschlafen hat, bittet sie ihre Kundschaft vermutlich, später wieder zu kommen, statt Brötchen von gestern oder Klitscheback (ein Wort von Oma) zu verkaufen. Wäre so viel Ethos dem eigenen Tun gegenüber im Bezug auf ein Tanzpublikum nicht auch eine Option? Statt Klitscheback in Bergen, Verschwendung von wirtschaftlichen Ressourcen genauso wie jenen der Aufmerksamkeit, Disqualifizierung des Gegenübers im Namen einer rein behaupteten Kunst.

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