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Anne Teresa de Keersmaeker: Rosas danst Rosas. 19.10.2017, ImPulsTanz @ Odeon, Wien.

Einst irritiert, dann motiviert von Beyoncés „Rosas danst Rosas“-Plagiat (2011), stellt Anne Teresa de Keersmaeker nun, vor der Wiederaufnahme-Premiere, anhand einer Leinwand-Projektion Bewegung für Bewegung ihres Klassikers von 1983 vor:

you dance Rosas 

any way you like it, und ist sogar „very curious to see the result“. Kurz darauf leuchtet im Vorstellungssaal der Titel einige Sekunden auf dem Boden auf, bevor die Musik zu rattern beginnt – im Laufe des Stücks wird er zertanzt, bis zum Schluss ein dezentes Schwarzlicht (vermutlich) die verstreuten Leuchtfetzen des Schriftzugs

Rosas danst Rosas,

die auf der Bühne verteilt liegen, wieder sichtbar macht. Zwischendrin stützen sich die vier jungen Frauen zwischen und auf Frankfurter Küchenstühlen und harten Lichtparzellen simultan den Kopf, blicken auf ihre Nägel, zupfen ihre Oberteile zurecht, verrücken die Stühle im Takt, die Haare fliegen umher,

Rosas halt, 

sie zeigen mal die kalte Schulter oder entblößen sie kokett – brutale Wiederholungsmuster des Alltags verschieben sich in symmetrischen Bewegungsrastern, erschöpfend ästhetisch (❤). Hinterher gibt’s ein

Rosas danst Rosas Poster 

zur freien Mitnahme, sie stehen neben dem, mit jüngsten Zeitungsartikeln vollgepinnten Board, die zur Wiederaufnahme von

Rosas danst Rosas 

geschrieben wurden, der most loved Mutter aller euro-minimalistisch-repetitiven Choreographien, des Logos, der Marke, der Wunschbefriedigungsmaschine –

Rosaahhhhaaaas

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