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POSITIONSWECHSEL
Ein Rudel in der Mitte des Raums, zwischen kühlen Betonwänden.
Einzelne lösen sich träge aus ihren Stellungen, Genitalien hängen, schwingen gemächlich, wenn sie mit ausgestreckten Armen auf allen Vieren den dunklen Boden in Halbkreisen entlang schlendern, die Fingerkuppen eingeknickt, Handballen wie Pfoten. Positionswechsel: um zusammen, gehäuft, unsichtbare Beutetiere in ihrer verdeckten Mitte zu zerreißen. Kein Maunzen, kein Gebrüll oder Ablecken —
Langsam auf den Rücken gerollt, Hände und Füße in die Luft bis das Tierische zum Farn eines Waldflecks aus senkrecht stehenden Gliedern wird, und sie sich dann, zurück auf Händen und Knien, mit kreuzenden Blicken, langsam zwischen die Zuschauer*innen mischen: Hi, my name is Natalie can I ask you a question?

Nach Video-Eindrücken von Xavier Le Roys ›Temporary Title, 2015‹

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