214

Ballet de l’Opéra de Lyon: Trois Grandes Fugues. 10.08.2018, Tanz im August, Haus der Berliner Festspiele, Berlin

Erstaunliches kann passieren, wenn sich drei post-/moderne Choreographinnen – Lucinda Childs, Anne Teresa De Keersmaeker und Maguy Marin – an einem Meilenstein westeuropäischer Musikgeschichte, der „Großen Fuge“ von Beethoven, abarbeiten. Während Childs in einer Choreografie von 2016 den konservativsten Ansatz zeigt (choreografisch streng kontrapunktisch, mehr Bach als Beethoven), entfaltet sich De Keersmaekers Ansatz aus dem Jahr 1992, dem Muster der Komposition folgend, in einem freieren Fugatostil und gewinnt aus musikalischer Kinetik tänzerische Energetik. Auch Marins Choreographie greift die musikalischen Phrasierungen durch Atem und Bewegungsflow tänzerisch auf, verselbständigt sich aber gleichzeitig von der Musik. So wirkt letztlich diese im Jahr 2001 entstandene choreographische Arbeit am lebendigsten – obgleich sie zur ältesten Einspielung der „Großen Fuge“ (innerhalb des dreiteiligen Programms) entstand. Poetik über Form, um Beethoven in Bewegung zu versetzen.

Ein Gedanke zu “214

  1. Weder die Musik von Beethoven noch die von Bach braucht den Tanz, um in Bewegung zu geraten. Diese Musik IST Bewegung. Was Childs, Keersmaeker, Marin hinzuaddiert haben ist schlicht ein Mehr an Bewegung, also: Beiwerk. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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