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Isabelle Schad: INSIDE OUT. 19.08.2018, Tanz im August, KINDL – Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Berlin.

Eine Neu-Konfiguration oder Möglichkeit zum andersartigen Entdecken eines Werks mit dem Wort „Premiere“ zu versehen, klingt natürlich gut, aber ist vielleicht nicht immer ganz der passende Begriff. Bei den für Tanz im August zusammengestellten Arbeiten von Isabelle Schad, die unter dem Titel „Inside Out“ zusammengefasst werden, hat man einen 360-Grad-Blick auf die Tänzer*innen, kann um sie herum gehen, den Körper von vorne, von der Seite, von hinten und aus dem Liegen heraus betrachten oder das Stoffbündel mit der Choreografin darin auf sich zukommen lassen und dabei beobachten, wie es sich tollt und in der riesigen Halle bis auf den Schoß der Sitzenden rollt.

Mit der Freiheit zu kommen und zu gehen, wann man möchte, mit einem Raum, in dem man sich plötzlich bewegen kann, wie man möchte, in dem der*die Zuschauer*in zum Betrachter mit Entscheidungsmacht wird, dringen mehr und mehr die Möglichkeiten der Rollen von Raum und Publikum ins Bewusstsein.

Von weitem beobachtet man „Pieces and Elements“, als Voyeurin bewegt man sich durch die „Floatings“ wie durch ein Schlafzimmer, und das „Turning-Solo“ für Naïma Ferré wird tatsächlich in eine Privatvorstellung verwandelt, zu der nur 15 Zuschauer*innen Zugang haben, ganz nah an den Kreisen der Tänzerin sitzen und den Windstoß ihres T-Shirts spüren. Ein Setting einer sich anbietenden und mitgestaltbaren Präsenz.

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