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Company Christoph Winkler: Speak Boldly. The Julius Eastman Dance Project. 06.12.2018, Sophiensaele, Berlin.

Eine Woche später und die Töne vibrieren noch immer nervös und ausdauernd in meinem Kopf, haben sich mitsamt der Virtuosität ihrer Wiedergabe (Zafraan Ensemble & Guests) in mein zentrales Nervensystem und von dort in die Erinnerung gesägt. Vier Flügel und fünf Tänzer*innen, sechs Celli und zwei Tänzerinnen, zwei Klaviere, zwei Keyboards, zwei Celli, ein Vibraphon, zwei Saxophone, eine Flöte und sieben Tänzer*innen. Bewegungssprachen, die fast beiläufig Trennlinien zwischen Kunst und Magie einreißen und daran erinnern, dass Musik unsichtbare Wellen durch den Raum schickt. Unter all dem liegt Vieles, das sich meinem Wissen entzieht, wenn die Tänzer*innen zwischen Ritual und Form, zwischen Klassik und Pop lässig twerkend und bouncend, dann pathetisch mit hoch aufgerissenen Armen und ausgebreiteten Fingern durch dieses Konzert powern und gerade als ich denke, ich möchte mehr davon sehen im (weißen, eurozentristischen) zeitgenösischen Tanz – mehr Magie – bleibe ich noch hängen an den Nicht-Tänzerkörpern der Musiker*innen, deren Schultern synchron wippen. Du sagst Philip Glass, ich sag ab jetzt nur noch Julius Eastmann.

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