105

Christine Gaigg / 2nd nature: fickt euch doch ins knie. 07.08.2017, ImPulsTanz, mumok, Wien

Eine Uraufführung war angekündigt, ein „Befreiungsschlag“, eine „Aufbruchsstimmung gegen Kleinrasterung“ – zu sehen dann eine Werkschau: Drei Reenactments von historischen Performances wurden im Museumsraum der Ausstellung „Woman Feminist Avant-Garde of the 1970s“ zur freien Begehung zur Verfügung gestellt. „105“ weiterlesen

104

Volmir Cordeiro: The eye the mouth and the rest. 02.08.2017, Impulstanz, Schauspielhaus, Wien.

Mit viel Elan und verzerrter Mimik werden durch the eye the mouth and the rest Rundungen aller Art erkundet, einverleibt und exponiert, ihre Wärme und Plastizität, das Fließen zwischen den Körpern der vier Tänzer*innen, zwischen Auf- und Abgang, Zuschauerraum und Bühne. Auch wird geschnieft, geschnäuzt, geknurrt, „104“ weiterlesen

103

Christine Gaigg / 2nd nature: CLASH. 03.08.2017, ImPulsTanz, Odeon, Wien.

Eine „ideologie-kritische Performance“, ein „Bühnenessay, in dem körperlich emotionale und reflektierende Ebenen miteinander wirksam sind“, schreibt Choreografin, Regisseurin und Autorin Christine Gaigg und lässt in einer schummrig-legeren, begeh- und besetzbaren Bühnenraumkonstruktion (Philipp Harnoncourt) Szenen aneinander clashen. „103“ weiterlesen

102

Mårten Spångberg: Digital Technology. 01.08.2017, ImPulsTanz, Leopold Museum, Wien.

Der Raum auf Ebene -2 wirkt wie ein frisch geweißeltes Wohnzimmer ohne Fenster, aus dem alle Möbel gepfändet, in dem dafür aber Gegenstände platziert wurden, die verteilt wie nostalgische Konsumgesellschaftsrelikte herumliegen. Im Schneidersitz, sehr sanft und leise, spricht Mårten Spångberg zu seinem im Halbkreis auf graue Decken platzierten Publikum, so leise wie „102“ weiterlesen

101

Wim Vandekeybus / Ultima Vez: Mockumentary of a Contemporary Saviour. 01.08.2017, ImPulsTanz, Volkstheater, Wien.

 
Während unser Planet im Daten-Schlamassel untergeht, errettet ein kindlicher Messias einige Auserwählte: Sieben sehr verschiedene Persönlichkeiten monieren ihre neu erworbene Unsterblichkeit, üben sich in Kämpfen, Ritualen, grausamen Schauspielen, psychologischen Sackgassen und Beziehung, Liebe, Sex, sind ausgeliefert, eingeschlossen im scheinbar sicheren Hafen der Hölle der Ewigkeit. Diskursive Dialoge gehen über in schwer körperliche Phantasma, in ein Rütteln und Schütteln der Bühnenarchitektur, mit Übergängen so hart und knackig, dass es nur so comic reliefed. Bei Ansprache spricht auch der kindliche Messias als Stimme aus dem Off, und meint das Publikum mit, wir auch sind errettet, aber wozu? Zur ewigen Wiederholung von Gewalt?

100

Anne Juren: Anatomie. 29.07.2017, ImPulsTanz, Kasino Am Schwarzenbergplatz, Wien.

Wir befinden uns augenscheinlich im Darm, er ist mit Luft gefüllt, aufgeblasen, glänzt schwarzmatt, und er liegt mal gemetzelt in den Ecken, meist aber biegt er sich über uns, wo er, ein bisschen ungenutzt schön, sein ganzes Potenzial mit sich trägt – inmitten wehender Luft und gedimmten Lichts verändern sich die Formen kaum merklich, nur manchmal knistern die Wülste leise. „100“ weiterlesen

99

Samira Elagoz: Cock, Cock… Who’s There? 26.07.2017, ImPulsTanz, Kasino Am Schwarzenbergplatz, Wien.

Samira Elagoz sitzt in einem weißen Lichtkegel auf dunkler Bühne und erzählt, sehr ruhig und unaufgeregt.

Von ihrer ersten, von ihrer zweiten Vergewaltigung, über ihre daraufhin via Online-Foren arrangierten und per Kamera dokumentierten Treffen mit fremden Männern, sie reflektiert über das Sehen und Gesehen werden, über Blickumkehrungen, damals, heute, hier, teilt Gesprächsfetzen von Familie, Freunden, Polizisten, und Aussagen weiterer Opfer, (potenzieller) Täter: „I felt like… almost like… you maybe desired it…“ „99“ weiterlesen