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Wir sind da, ganz nah dran am Podest mit dem monochrom lila abgewetzten persischen Teppich, den zwei in tiefer Empfindsamkeit versunkenen Gestalten, dem gewebten Licht; aber wir sind auch nicht da, wir werden wegmeditiert. Dear audience, I love you but I’ve chosen meditation. Kein Problem, es wäre auch nicht zu ertragen sonst, nein, es wäre noch nicht einmal zu erleben, wie sich da die Körper zweier Menschen – der eine als zerbrechliche, noch junge Frau, der andere als in die Jahre gekommener Mann markiert – geben, was sie sich nicht geben können. Zwei freiwillig Verirrte, die ihr Markiertsein stillebenartig als letzte Spur setzen, dann abtauchen, ausfließen: geisterblasse Körper,  die das schwärmende Bewusstsein in sternlos wirkender Nacht abschleppt wie Termiten ihre Nahrung. Wenn wir da jemals auch sind, auf diesem Level somatischer Inversion,

Angela Schubot, Robert Steijn: brothers. 02.02.2017, HAU 3, Berlin

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