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Seit eineinhalb Jahren kann das aus sechs Tänzer*innen im Alter 40+ bestehende Ensemble Dance On mit den europaweit angesagtesten Choreograf*innen arbeiten, wird von zusätzlich zwei Handvoll Mitarbeiter*innen betreut und mit einem Budget aus Bundesmitteln von eineinhalb Millionen Euro (von November 2015 bis Mai 2017) gefördert.

Was sich nach einer großen Chance für den Tanz anhört, scheitert beim jüngsten Showing im Rahmen von Open Spaces # 1-2017 jedoch einmal mehr daran, dass die Dance-On-Tänzer*innen statt Qualitäten nur Ticks auf die Bühne bringen – Christopher Roman gibt den tragikomischen Gockel, Brit Rodemund die allzeit sensitiv in Körper-Raumrelationen Stochernde, Ty Boomershine den leicht überstreckten Langweiler, Amancio Gonzalez den geschäftigen Wiesel mit dem „Bin-ich-hier-richtig?“-Blick.

Dass dieses Ensemble bislang derart unfähig ist, sich selbst zu finden, sich scheinbar hilflos renommierte Choreograf*innen einkauft, die wenig Interesse an ihm beweisen und außer zweifelhaftem Humor, degradierenden „Biopics“ und abstrakten Rechts-Links- und Wo-ist-meine-Niere-Variationen nichts aus ihrem Cast herausholen, ist tragisch anzusehen. Lust am Weitermachen versus Horror Vacui? Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Modell eines rein ausführenden Ensembles längst mausetot ist – ein Fakt, den inzwischen mutmaßlich selbst die männliche Hälfte des Berliner Staatsballett unterschreiben würde.

Dance On Ensemble & Gäste (Jan Martens, Rabih Mroué u.a.): Revisiting Process and Performance. 19.2.2017, Tanzfabrik/Uferstudios, Berlin

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