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Maria F. Scaroni & Friends: WET / Amazonas#2, mit DJ S Ruston & Astrid Kaminski. 25.03.2017, Sophiensaele, Berlin.

Angenommen, dreidimensionale Wesen könnten, wenn sie nur die Verwandlung nicht scheuten, die zweite und erste, vierte, fünfundachtzigste, einhundertsechsundzwanzigste Dimension durchkreuzen – aus Kugel würde Kreis, würde Punkt, würde ?#? Laut Maria F. Scaroni & Friends müssen wir unsere Gestalt zuerst loslassen, ganz leer werden, um gemeinsam abzuheben, Zeit und Raum zu verlassen. Sicher einen Versuch wert, nur: Über die zwei Stunden der zweiten Amazonas-Ausgabe, einer feministischen Werkportrait-Serie in den Sophiensaelen, holt mich bald die Endlichkeit ein, werde ich das Gefühl nicht los, die Verschwörung ist längst anderswo im Gange, die sich umarmend zu Körperhaufen formierenden Performer*innen mit Blumen auf dem Kopf nehmen nur ausgewählte Eingeweihte noch ein Stück mit, haben auf die Besucher*innen höchstens noch den Effekt, „Women on the edge of time“, das Buch, um das diese konspirative Performance kreist, zu Hause selbst zu lesen. Unterdessen wirken die Instant-Zeichnungen (Heather Purcell) und die Textsammlungen an Wänden und im Booklet (Astrid Kaminski) als Vektoren der Aufmerksamkeit und als Einladung, doch etwas von den gesellschaftlichen Utopien/Dystopien, die Marge Piercy in ihrem Roman 1976 formuliert hat, in sich aufzunehmen und in Visionen des Wie-wir-leben-Wollens am Djane-Set (S Ruston, Lady Guacha) hineinzutanzen, wenn person auch sonst noch nicht weit vom Fleck gekommen ist.

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