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Inzwischen ist ihr Körper alt, und noch immer trägt sie das Kostüm der Nacktheit. Beatrice „Trixie“ Cordua spielt sich selbst und vervielfältigt sich – ihr Körper erzählt, markiert, spielt an, ihr Mund spricht, ihre Stimme dokumentiert jeden Schritt, teilt sich in heute und damals, löst sich in Bildern virtuoser Erinnerung auf. Trixies persönliche Geschichte ist auch ein Stück Tanzgeschichte, und sie alle kommen darin vor: Pina Bausch – „Trixie, du bist doch viel zu potent!“ –, Merce Cunningham – „Trixie, schau nur aus dem Fenster, es ist alles schon da, die ganze Choreografie!“ – ihr Mann – “Gott, ist das genial!“ –, Igor Stravinsky, Robert Rauschenberg, John Cage und immer wieder ein sentimentaler John Neumeier, den Trixie trotz seines Katholizismus besonders schätzt.

Nicole Seiler schafft mit „The Wanderers Peace“ ein komplexes Stück über und mit Beatrice Cordua. Eine Hommage an eine alternde Tänzerin, an den sprechenden, denkenden, fühlenden, unermüdlich spielenden Körper.

Nicole Seiler: The Wanderers Peace. 01.02.2017, Zeitgenössische Schweizer Tanztage, Théâtre Gramond, Genf

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